Rocky Votolato – True Devotion

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Rocky Votolato. Eigentlich sollte dieser Mann doch glücklich sein. Er ist seit 10 Jahren mit einer tolle Frau verheiratet und hat zwei Kinder. Er hat eine wunderbare Stimme und verdient  mit dieser sein Geld. Eigentlich ein ganz normales, gutes Leben. Aber irgendwie… fehlt ihm etwas zum Glück. Es scheint, als wird er immer wieder auf den Boden geworfen. Er singt Liebeslieder in Abschiedsstimmung, Lobgesänge über Dinge die er scheinbar gerade loslässt. Manchmal wütend, aber meistens verzweifelt. “True Devotion” macht da keine Ausnahmen. Wahre Hingabe, schon die ersten zwei Lieder machen ruhig, beinah melancholisch. Fragments und Red River werden umso verzweifelter, lauter. Der folkige, texanische Einfluss aus den letzten Alben hat sich ein wenig zurückgezogen, das Album kommt insgesamt spartanischer aus. Meist reicht eine Akustikgitarre, ein leise raschelndes Schlagzeug und manchmal mogelt sich eine E-Gitarre behutsam in den Vordergrund.

Bevor Rocky Votolato seine Solokarriere startete, spielte er mit seinem Bruder Cody Votolato in der Band Waxwing. Cody gründete die post-hardcore Band “The Blood Brothers” und Rocky machte 1999 eben Solo weiter. Von ihm gibt es insgesamt 6 komplette Studioalben.

Nach seinem letzten Album “The Brag and Cuss” hat der Singer & Songwriter sich 3 Jahre zurück gezogen, verschiedene Aktionen für Natur und gegen “global poverty” unterstützt oder eine Wohnzimmer-Tour durch Amerika gemacht. Das neue Album, das seit Freitag 26. Februar in den Läden und bei I-Tunes zu haben ist, ist wieder näher an seinen erfolgreichsten Alben Suicide Medicine und Makers und eigentlich einfach unglaublich schön. Schaurig-Schön.

Den Song “Red River” gibt’s auf seiner Homepage zum anhören und runterladen.

http://rockyvotolato.com/

True Devotion und Suicide Medicine probehören.

Efterklang – Magic Chairs

Efterklang

Efterklang

Efterklang heisst die nächste bemerkenswerte Entdeckung der letzten Wochen. Ein paar Dänen irgendwo zwischen Radiohead, Sigur Rós und Coldplay.

Ihr drittes Album gibt’s seit dem 22. Februar und ist ein unglaublich feines Stück. Filigrane und schöne Melodien untermalt von kräftigen Drums. Leidenschaftlicher Gesang und eine Fülle an Instrumenten begeistern ab dem ersten Lied “Modern Drift”. Das ist eindeutig ein März-Lied. Das Klavier setzt ein… Man denkt an erste Narzissen oder Osterglöckchen halten dem nächtlichen Temperaturen stand. “I can keep my head inside. When the morning drift is all i have”. Bäume und Büsche sind mit dem weissen Raureif bedeckt und das Gras erholt sich langsam vom Winter und reagiert auf die warmen Sonnenstrahlen mit einem saftigen Grün. Ein Reh schaut scheu, steht, guckt. Die Drums setzen ein. Das Tier hüpft fort… Die Sonne geht auf und der Tag nimmt seinen Lauf. Mit allem was ein Tag, einen  Tag werden lässt. Das Klavier ist in der Zwischenzeit zu einem Synthie geworden. Das Schlagzeug hat Unterstützung von einer Pauke bekommen. Die Streicher haben sich zusammengefunden und heimlich mogelt sich eine Posaune dazu. Und alles ist so unglaublich gut.

Und weil ich gerade eine unglaublich tolleLive-Session von ihnen gefunden habe, lasse ich das mit dem schreiben jetzt sein und drücke euch hier diesen wunderbaren Link in die Hand. Hört! Schaut. 20 Minuten wundervolle Musik von Efterklang, perfekt im Studio aufgenommen bei ihrem Label in London:

Two Door Cinema Club – Tourist History

endlich, ein neuer hype!

Two Door Cinema Club

Two Door Cinema Club

Das sind die drei Jungs der Dänischen Band “Two Door Cinema Club”. Mit ihrer Topplatzierung in den schweizer FM4-Charts und ihrer Buchung für das Southside & Hurricane Festival haben sie vielleicht schon das ein oder andere Interesse geweckt, und es ist gut möglich, dass in ein paar Monaten noch einige Menschen mehr über sie schreiben und reden. Und weil wir so hip und unglaublich aktuell sind, schreiben wir heute schon von ihnen. Was gibts da groß zu sagen? Hört sich an wie Dashboard Confessional, Bloc Party mit ein wenig Metric. Oder so. Sehr stimmige Mischung irgendwie. “I can talk” ist ein zukünftiges SuperIndieDiskoParty-Lied, das ihr garantiert die nächsten Wochen hören werdet. Tracks wie “What you know” kann man sich sehr gut im Radio anhören, ohne dass man sich drüber ärgern muss. Eigentlich ist die Musik nichts aussergewöhnliches, herausragendes, aber sie macht einfach Spaß. Sie vertreibt einem den Winter und den Prüfungsstress. Sie sind tanzbar, aber nicht zu schrill. Die Stimme ist weich, die Gitarre dudelt ihre Melodien mal im Vordergrund, mal legt sie einen einfachen Teppich in den Hintergrund. Und alles mit elektronischem Drumset und kleinen süßen Effekten versüßt.

Das Album “Tourist History” kommt am 1. März raus und wird sicher seinen Weg in die Ohren der Zielgruppe finden. Gute Popmusik mit netten Rock und Elektro-Einflüssen – da motz ich nicht. Das Album kann man gemütlich nebenher durchhören – wenn man nicht aufpasst zieht es ziemlich schnell an einem vorbei (auch, weil es nur 32 Minuten daeurt). Eigentlich kein Album zum intensiv hören, sondern zum plätschern lassen. Wenn da nicht eben dieses “I can talk” wäre. Da zucken die Füße, da ist der Hype berechtigt.

Macht euch am besten selbst ein Bild.

Hier auf Myspace

“I can Talk” auf Youtube

Album “Tourist History” probehören

Eels – Little Bird

Seit heute gibt’s Eels neues Album “End Times” zu kaufen. Dieses wundervolle Lied gibt’s sogar als Kostprobe als kostenlosen Download auf der Eels Heimseite. Absolut hörens- und liebenswert. Mit der rauhsten Stimme weit und breit besingt E einen Vogel der da auf seiner Veranda hockt. “Right now I can’t see making sense of this world. I just can’t take out very much. God damn, I miss that girl“. Damit ist mal wieder alles gesagt.

Eels Homepage

Lampshade – Because trees can fly

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Lampshade


“Because Trees Can Fly” – abstrakter Titel des ersten Albums von Lampshade. Bäume? Fliegen? Wieso? Beim hören macht das alles schon mehr Sinn. Vor Allem die Stimme von Sängerin Rebekkamaria ist so ein Hinweis. Das sanfte Klavier, die behutsam gezupfte E-Gitarre. Das Stichwort “Märchenwald” könnte die Runde machen. Die sanften Melodien, die und das gedämpfte Schlagzeug würden die Märchenwelt perfekt machen, wären da nicht die rauen, harten Einbrüche. Wände aus Gitarrengeschrammel und Beckengedresche. Drückend, verzweifelt. Die Snare wird erschlagen, die Crash wird maltretiert. Alles ist unglaublich laut und undurchsichtig. Bis wieder diese Stimme auftaucht. Und alles gut macht. Bis Rebekkamaria die Instrumente wieder hinter sich versammelt, in Reih und Glied bringt und die Melodien wieder sprießen. Eben irgendwo zwischen liebevoll, zerbrechlich und dunkel, zerbechend. Im titelgebenden Lied “Because Trees Can Fly” singt Rebekkamaria “…and I scream your name…“, doch sobald sie ruhig ist, setzt die Gitarre ein. Das Schlagzeug holt aus doch bevor es richtig zuschlagen kann, holt das Klavier uns alle wieder runter und spätestens die Worte “…and you take my feet in your hands, breath life in me again.” geben uns den Optimismus zurück.

Andere Empfehlungen um zu hören sind “Clean“, “Plakka Plakka“, und “As I left the room“.

Da die Alben nach dem Debüt waren nicht so packend waren haben sich Lampshade leider im Jahr 2009 aufgelöst um ihren Soloprojekten nachzugehen.

Because Trees Can Fly – Youtube Video

Lampshade auf Myspace

“Because Trees Can Fly” probehören

Great New Year, Great New Stuff.

Jetzt hat das Jahr 2010 angefangen und die Hälfte aller Vorsätze wurden bereits über Bord geworfen. Spätestens am ersten üblichen Arbeitstag hängt man wieder im alltäglichen Trott fest und denkt sich “Mann, was ne Kacke, jetzt das Ganze wieder von vorn”, aber dabei gibt sich das neue Jahr doch so viel Mühe, glanzvoll und majestätisch in unser Leben zu treten. Ich bin inoffizieller Neujahrs-Kobold und greife ihm mit ein wenig musikalischem Geschick unter die Arme. Wer ihm eine Chance geben will, zieht sich gemütlich das genau dafür angefertigte Mixtape rein; Bei heißem Kakao und in dicker Decke am Fenster, auf dem Weg zur Bahn oder durch die Stadt, in sentimental komisch schönen Stunden zu Zweit (ja, das Gefühlsrepertoire hat so einiges zu bieten) oder einfach nur beim Frühjahrsputz.

Julian Casablancas und seine Freunde wollen euch den Weg aus dem dunklen Winter erleichtern, während euch die Shiny Toy Guns und deren Freunde die Stunden, wenns dann doch mal dunkel is, verschönern.

1. Shiny Toy Guns – Season Of Love
2. Kashmir – Rocket Brothers
3. Lykke Li – Dance, Dance, Dance
4. Dear Reader – Bend
5. Royal Wood – Juliet
6. Paramore – The Only Exception
7. Patrick Watson – Luscious Life
8. Elbow – On A Day Like This
9. Miike Snow – A Horse Is Not A Home
10. Charlie Winston – Like A Hobo
11. Kasabian – Fire
12. Julian Casablancas
13. Mumford & Sons – Little Lion Man
14. Band Of Horses – Is There A Ghost

blogtape #1

Halloo,

So, Weihnachten dürfte größtenteils überstanden sein. Die erste große Freude über die Geschenke ist vielleicht verflogen und die ein oder anderen Sachen sind zum Umtauschen schon beiseite gelegt. Jetzt noch das letzte Familienessen hinter sich bekommen und dann war’s das für dieses Jahr. Ha, nicht ganz, denn ich habe noch eine kleine Weihnachtsüberraschung für euch ihr lieben, kommentarlosen Leser. Unglaublicherweise hat die Überraschung was mit Weihnachten zu tun und ist auch gar nicht so überraschend. Ehrlich gesagt, war mir nur langweilig und ich hab ein schönes kleines Mixtape zusammengestellt. Aber zweifellos ist es ein großartiges Mixtape mit vielen herrlichen Liedern von Bands die hier auch schon vorgestellt worden sind.

Die Titelliste sieht so aus:
[1]Kasabian – Underdog
[2]Arctic Monkeys – Pretty Visitors
[3]Jamie T – Jenny Can Rely On Me
[4]Mumford & Sons – Winter Winds
[5]Friska Viljor – People Are Getting Old
[6]Asaf Avidan & The Mojos – Weak
[7]Veto – From A to B
[8]Brand New – Sink
[9]Olafur Arnalds – Til Enda
[10]Rachael Yamagata – Sunday Afternoon
[11]The Do – On My Shoulders
[12]Camille – Home Is Where It Hurts
[13]Royal Wood – A Mirror Without
[14]Tocotronic – Gott Sei Dank Haben Wie Beide Uns Gehabt

Viel muss ich doch dazu nicht mehr sagen, oder?

Hört es euch an! Die Lieder wurden alle mit Liebe und Behutsamkeit rausgesucht. (Fragt mich nicht, wie Tocotronic da hinten hinpasst – es musste einfach noch dabei sein. So kann man das Tape auch wunderbar im Kreis rum hören, es passt zu Kasabian nämlich einigermaßen.)

Hier der Link zum probehören (edit: funktioniert jetzt auch für nicht-premium-mitglieder)

und hier ein Cover, falls jemand sowas braucht. (“Designen” hat ca. 2 Minuten gedauert)

Mumford & Sons

Mumford--Sons

Auch intelligente Musik will gehört werden und wird Gott sei dank auch gemacht.

Dank der Londoner Truppe Mumford & Sons gibt es seit exakt 2 Jahren die wunderbare Verschmelzung von Melancholie, Energie und Intelligenz. Da stört auch der leichte Country-Touch nicht, im Gegenteil, er erschafft in der Musik eine Heirat zwischen Koolness und Individualismus (falls hier jemand drauf steht, individuell zu sein).

“I Gave You All” eignet sich hervorragend für dynamische Hassstunden, in denen man den inneren Rotz in die rechte Faust packt und leidenschaftlich vorm Spiegel mitsingt, während man das Gefühl hat, den Sänger als kleine Stimme in seinem Herzen zu haben. Durch “Little Lion Man” wird tatsächlich ein patriotischer Löwe in der eignen Brust geweckt, dessen Haupt aufrecht in den Himmel der tausend malerischen Worte blickt. Hach. Und wenn’s regnet: “After The Storm”. Klassiker.

Da ist das Banjo einfach kool.

www.myspace.com/mumfordandsons

http://www.mumfordandsons.com/

Asaf Avidan & The Mojos – The Reckoning

Asaf Avidan & The Mojos

Asaf Avidan & The Mojos

Asaf Avidan & The Mojos aus Israel klingen ein wenig wie das, was bei rauskommen könnte, wenn man Jeff Buckley, Patrice und Anthony and the Johnsons in einen Mixer stecken würde und ständig an der Mix-Geschwindigkeit rumdrehen würde. Ob das ein Kompliment ist, kann ich nicht genau sagen, es hört sich auf jeden Fall sehr interessant an. Manchmal leiser, manchmal lauter, mit verzerrter E-Gitarre oder Streichern, schnellen Bassläufen oder eben Akustikklampfe. Israel klingt in meinem Kopf anders, aber das Album war 2007 mehrere Wochen auf Platz 1 der israelischen Charts.

Die Stimme von Asaf Avidan ist sicher in manchen Songs ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber ziemlich ausdrucksstark. Im “Empty Handed Saturday Blues” schreit er wie am Spieß, brüllt sich die Seele aus dem Leib und spielt den verzweifeltesten Blues, den ich seit langem gehört habe. Zum reinhören eignet sich sicher “Weak”, eine schöne, einfach instrumentalisierte Ballade mit ebenfalls herrlich verzweifeltem Text und Gesang.

“Think of all the stories we could have told” singt er da, und auch wenn nicht alle Lieder so klingen, in vielen beklagt er eben den guten alten Verlust der lieben Freundin. Kaputte Beziehungen sind nun mal einfach der Grund für die besten Lieder, das zeigt sich auch bei Asaf Avidan. Er glänzt vor allem in den ruhigeren Stücken wie das schon angesprochene “Weak” oder “Devil’s Dance” und “A Ghost Before The Wall“, wo hingegen z.B. “Hangwoman” doch ein wenig zu sehr an amerikanische Folk-Rock Bands erinnert. Aber all das ist ansichtssache. Und damit ihr euch ein Bild machen könnt, hier erst ein Video und dann die Links:

Asaf Avidan & The Mojos – “Weak”

Asaf Avidan & The Mojos bei Myspace

Asaf Avidan & The Mojos – The Reckoning probehören

Erlend Oye – Last Christmas

Wir stehen kurz vor Weihnachten und in manchen Regionen Deutschlands soll der Schnee sogar schon so richtig auf den Straßen und Häuserdächern, Bäumen, Wiesen und wo der Schnee eben noch so hinfällt, liegen.

Das, und auch einfach die Tatsache dass wir schon kurz vor dem 4. Advent stehen, bringt mich dann eben doch dazu, ein klein wenig weihnachtlich zu werden… und genau deswegen kann ich mir diese wunderschöne Coverversion von Wham’s “Last Christmas” öfters als 5x anhören.

Erlend Øye kommt aus Norwegen und ist die Hälfte der Kings of Convenience bzw Sänger von The Whitest Boy Alive.

Viel Spaß mit dem kleinen Weihnachtsliedchen.

Erlend Oye – Last Christmas

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